Wer mit Fugensand nicht mehr weiterkommt und eine dauerhaftere Lösung sucht, denkt irgendwann über Fugenmörtel nach. Das Material schließt Fugen fester als Sand, gibt Unkraut kaum Spielraum und hält in der Regel mehrere Jahre, bevor Nacharbeiten nötig werden. Klingt nach der besseren Variante. Ist es manchmal auch – wenn man es richtig macht.
Die Verarbeitung ist anspruchsvoller als das Einkehren von Sand, und ein paar Fehler können das Ergebnis deutlich verschlechtern.
Was Fugenmörtel von Fugensand unterscheidet
Fugenmörtel ist ein hydraulisch oder chemisch abbindendes Material – er härtet aus, Sand tut das nicht. Das macht ihn deutlich stabiler, aber auch weniger flexibel. Während Sand durch Frost, Setzungen oder Belastung einfach nachgibt und neu eingekehrt werden kann, kann Fugenmörtel reißen, wenn die Pflasterfläche arbeitet.
Für Flächen mit stabiler Unterbettung, wenig Bewegung und guter Entwässerung ist er eine ausgezeichnete Wahl. Für Flächen, die befahren werden, stark wechselnden Temperaturen ausgesetzt sind oder einen weichen Untergrund haben, muss man abwägen. Mehr zu den Vor- und Nachteilen im Vergleich zu Zement gibt es im Artikel über Zement und Fugenmörtel.
Vorbereitung – der wichtigste Schritt
Fugenmörtel hält nur so gut, wie die Fuge vorbereitet ist. Das ist kein Satz zum Überlesen.
Die Fuge muss vollständig frei von Unkraut, Moos, losem Sand und organischem Material sein. Wer Fugenmörtel über alte Wurzelreste, feuchten Sand oder aufgelockerten Untergrund bringt, hat in einer Saison Risse und Ausbrüche.
Praktisch bedeutet das: zuerst gründlich mit Fugenkratzer und Bürste reinigen, danach abkehren und trocknen lassen. Bei größeren Flächen kann ein Laubbläser helfen, losen Schmutz aus den Fugen zu blasen, bevor man mit dem Mörtel beginnt.
Die Steinoberfläche sollte trocken sein. Feuchte Steine nehmen den Mörtel schlechter an, und Flecken auf der Oberfläche lassen sich nach dem Abbinden schwer entfernen.
Auftragen
Es gibt zwei grundsätzliche Arten von Fugenmörtel: Nassverfahren und Trockenverfahren.
Trockenverfahren (Gießmörtel): Das Trockenmaterial wird in die Fugen eingekehrt oder eingefüllt, danach mit Wasser eingeschlämmt. Das Wasser aktiviert das Bindemittel, der Mörtel härtet aus. Diese Variante ist für Heimwerker einfacher handzuhaben, da keine Mischung nötig ist.
Nassverfahren (angemischter Mörtel): Mörtel wird angemischt und mit einer Fugenkelle oder einem Schlauch in die Fugen eingearbeitet. Das Ergebnis ist oft stabiler, der Aufwand aber höher und das Zeitfenster bis zum Abbinden begrenzt.
Für normale Hausgärten und Terrassen ist das Trockenverfahren in der Regel ausreichend. Das Material einkehren, überschüssiges Material sorgfältig von der Steinoberfläche abkehren, dann langsam und gleichmäßig einwässern. Zu viel Wasser auf einmal kann das Material ausschwemmen – lieber mehrfach und mit wenig Druck wässern.
Was nach dem Auftragen passiert
Der Mörtel braucht Zeit zum Abbinden. Je nach Produkt und Temperatur sind das mehrere Stunden bis ein bis zwei Tage. In dieser Zeit sollte die Fläche nicht betreten oder befahren werden. Regen in den ersten Stunden nach dem Auftragen kann problematisch sein – wenn möglich, einen trockenen Tag wählen und trockenes Wetter für die nächsten 24 Stunden einplanen.
Nach dem vollständigen Abbinden ist die Fuge hart, geschlossen und weitgehend unkrautsicher. Einige Produkte verfärben sich beim Trocknen leicht – das ist normal und verschwindet in der Regel nach einigen Wochen Witterung.
Was zu vermeiden ist
Mörtelreste auf der Steinoberfläche sollten entfernt werden, bevor der Mörtel vollständig abgebunden hat. Danach ist es deutlich schwieriger. Wer beim Einkehren großzügig ist, sollte zwischendurch sauber abkehren.
Und: Fugen nicht überfüllen. Der Mörtel sollte leicht unterhalb der Steinoberfläche abschließen – nicht überstehen. Überstehender Mörtel bricht leichter ab und sieht unordentlich aus.
