Wer im Baumarkt oder online nach Fugensand sucht, steht schnell vor einer verwirrenden Auswahl. Quarzsand, Fugensand, unkrauthemmender Fugensand, Polymersand, Fugenmörtel im Sack – und Preise, die von ein paar Euro bis deutlich dreistellig reichen. Was ist tatsächlich der Unterschied, und welches Material braucht man wofür?
Die Unterschiede sind relevant. Das Falsche einzukehren bedeutet entweder verschwendetes Geld oder eine Fuge, die in ein paar Monaten wieder genauso bewachsen ist wie zuvor.
Normaler Quarzsand
Quarzsand ist das günstigste Ausgangsmaterial und war lange der Standard für Pflasterfugen. Er ist körnig, gut versickerungsfähig und lässt sich problemlos einkehren.
Was er nicht kann: Unkraut abhalten. Quarzsand bietet Samen ausgezeichneten Halt – lockere Körnung, etwas Feuchtigkeit, fertig. Wer Quarzsand einkehrt, stabilisiert die Fuge, schafft aber keinen Schutz gegen neuen Bewuchs.
Sinnvoll ist er trotzdem: als Unterfüllung bei tieferen Fugen, bevor eine abschließende Schicht unkrauthemmenden Sands eingekehrt wird, und grundsätzlich überall, wo es um Stabilität und Entwässerung geht, nicht um Unkrautschutz.
Unkrauthemmender Fugensand
Unkrauthemmender Fugensand enthält ein Bindemittel oder spezielle Zusätze, die nach dem Einschlämmen mit Wasser die Oberfläche der Fuge leicht verfestigen. Das Ergebnis ist eine kompaktere, weniger lockere Fugenoberfläche, auf der Samen schlechter keimen können.
Wie gut das funktioniert, hängt vom Produkt ab. Die besseren Materialien erzeugen eine spürbar dichtere Oberfläche. Günstigere Varianten liegen näher am normalen Quarzsand, mit minimalem Zusatzeffekt.
Der Vorteil gegenüber Polymersand: einfachere Verarbeitung, niedrigerer Preis, und die Fuge bleibt etwas flexibler für natürliche Setzungen. Für Pflasterflächen mit normalem Bewuchs und regelmäßiger Pflege ist unkrauthemmender Fugensand eine gute Wahl.
Polymersand
Polymersand enthält Polymere, die nach dem Einschlämmen mit Wasser chemisch reagieren und eine feste, leicht elastische Masse bilden. Die Fuge härtet aus – deutlich stärker als bei unkrauthemmendem Sand – und ist danach weitgehend geschlossen.
Das ist die dauerhafteste der drei Varianten. Samen finden kaum noch Angriffspunkte, Moos haftet schlechter, und die Fuge hält mehrere Saisons ohne Nacharbeiten.
Die Einschränkungen: Die Verarbeitung ist anspruchsvoller. Überschüssiger Polymersand muss sorgfältig von der Steinoberfläche abgekehrt werden, bevor er aktiviert wird – nach dem Aushärten lässt er sich kaum noch entfernen und hinterlässt Rückstände. Außerdem ist Polymersand deutlich teurer als die anderen Varianten. Und bei Flächen mit starker Belastung oder Frost können mit der Zeit Risse entstehen.
Die Entwässerung der Fläche muss gewährleistet sein. Polymersand reduziert die Wasserdurchlässigkeit der Fuge, was bei schlecht entwässerten Flächen zu Staunässe führen kann. Für Flächen ohne ausreichendes Gefälle ist er deshalb nicht immer die richtige Wahl.
Welches Material für welche Situation
Für einfache Nachfüllung ohne besonderen Anspruch: Quarzsand.
Für regelmäßig gepflegte Flächen, bei denen man den Pflegeaufwand reduzieren will: unkrauthemmender Fugensand. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die meisten Privatgärten.
Für Flächen, die möglichst wartungsarm sein sollen und bei denen die Verlegung sorgfältig gemacht wird: Polymersand. Die beste Langzeitwirkung, aber mit höherem Aufwand bei der Verarbeitung und höheren Kosten.
Wer mehr über das konkrete Einkehren von Fugensand nach der Unkrautentfernung erfahren möchte, findet dazu alle praktischen Details im Artikel über Fugensand einkehren.
